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Impfungen


Hintergrundinformationen:

Wenn eine Katze (Muttertier) immer regelmäßig geimpft wurde, verfügen Katzenwelpen bereits unmittelbar nach ihrer Geburt über eine "Grundausstattung" von Antikörpern gegen bestimmte Infektionskrankheiten, die ihnen von der Mutter mitgegeben werden. Innerhalb der ersten drei Lebenstage erhalten die Welpen dann zusätzlich über die Muttermilch Antikörper, welche die Welpen vorläufig schützen. Ungefähr ab der 6. Lebenswoche geht dieser Schutz langsam verloren, da die mütterlichen Antikörper spätestens bis zur 14. Lebenswoche abgebaut werden.
In der Regel beginnt man daher ca. in der 8. Lebenswoche mit der Grundimmunisierung der Welpen, Wiederholungsimpfungen sollten bei Welpen in der 12.-14. Lebenswoche und ggf. in der 16.-18. Lebenswoche erfolgen, um bei den Tieren einen belastbaren Impfschutz für das erste Lebensjahr aufzubauen. Ab dem 1. Lebensjahr müssen dann regelmäßig Wiederholungsimpfungen durchgeführt werden, um der Katze einen konstanten Impfschutz zu erhalten.

Gegen welche Krankheiten wird geimpft und was bedeuten die Buchstaben auf den Aufklebern im Impfpass?

1.) Katzenschnupfen
(HC oder RC oder RC Chlam)

Nur der Name ist harmlos.
Der Katzenschnupfen ist eine sehr häufige Erkrankung. Meistens sind nur junge Katzen oder Katzenwelpen von der Erkrankung betroffen, aber auch ältere Tiere können daran erkranken. Der Katzenschnupfen wird hauptsächlich durch zwei Viren verursacht: das RHINOTRACHEITIS- und das CALICI-Virus. Die Ansteckung erfolgt über bereits erkrankte Tiere oder auch Katzen, die den Katzenschnupfen überlebt haben und zeitweilig noch Viren ausscheiden.
In der Regel fängt der Katzenschnupfen mit Niesen an, gefolgt von einem klaren Nasen- und Augenausfluss, der schnell schleimig und eitrig wird.
Die weiteren Symptome sind: Fieber, Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit.
Durch die verklebten Nasenlöcher, kann die Katze nur noch durch den Mund atmen. Dadurch kann es zu Entzündungen der Luftröhre, der Bronchien und der Lunge kommen.
Nicht rechtzeitig erkannt, kann der Katzenschnupfen tödlich sein.
Bei den ersten Anzeichen, sollten Sie sofort einen Tierarzt/eine Tierärztin aufsuchen, damit Ihre Katze mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden kann.
Wer sich eine Katze anschafft, sollte diese auf jeden Fall gegen Katzenschnupfen impfen lassen. Die Schutzimpfung ist für Ihre Katze absolut harmlos - der Katzenschnupfen nicht.

2.) Katzenseuche (P)

Die Katzenseuche kann jede Katze bekommen, die nicht geimpft ist. Das Virus der Katzenseuche ist extrem widerstandsfähig und kann Jahre überleben. Dadurch wird die Katzenseuche nicht nur durch den direkten Kontakt mit erkrankten Katzen übertragen, sondern auch vom Menschen. Das Virus kann über Schuhe, Kleidung, Hände oder Gegenstände eingeschleppt werden. Also können auch Katzen, die nur in der Wohnung gehalten werden, erkranken.
Typische Symptome für Katzenseuche sind: Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, allgemeine Unlust und hohes Fieber. Die Tiere erbrechen die Mahlzeiten und wenn keine Nahrung mehr aufgenommen wird, spucken sie Schleim und Galle. Dazu kommt blutiger Durchfall, der sich kaum stoppen lässt.
Erbrechen und Durchfall führen sehr schnell zur Austrocknung und zu einem körperlichen Verfall.
Die Behandlung der Katzenseuche ist sehr aufwendig und führt auch nicht immer zum Erfolg. Die Katzenseuche endet meist mit dem Tod.
Die Katzenseuche ist heute nicht mehr so verbreitet, weil zunehmend Impfungen durchgeführt werden.

3.) Leukose (FeLV)

Die Leukose zählt zu den weit verbreiteten und leider oft tödlich endenden Infektionskrankheiten unserer Hauskatzen. Der Erreger, das feline Leukosevirus, verursacht eine tumorartige Erkrankung des blutbildenden und lymphattischen Gewebes.
Knochenmarksschäden, solide Tumorbildung, Lähmungserscheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen prägen das Krankheitsbild. Durch Unterdrückung der körpereigenen Abwehr werden anderen Infektionen Tür und Tor geöffnet.
Die Krankheitsanzeichen sind vielfältig und reichen von Appetitlosigkeit, Abmagerung und Durchfall über Fieber, Entzündungen im Mund- und Rachenraum bis zu Lymphknotenschwellungen, Atembeschwerden und abnormem Verhalten.
Das Virus wird hauptsächlich über den Speichel infizierter Tiere durch Biss, Belecken oder durch gemeinsame Benutzung von Futterschüsseln übertragen. Katzenwelpen können bereits in der Gebärmutter oder über die Muttermilch angesteckt werden. Problematisch ist, dass ein Teil der infizierten Tiere den Erreger über mehrere Jahre ausscheidet, ohne selbst Symptome der Krankheit zu zeigen. Auf diese Weise kann sich die Infektion unbemerkt ausbreiten.
Katzen mit guter Konstitution können durch die körpereigene Abwehr das Virus bekämpfen. Zeigen sich jedoch deutliche Krankheitssymptome, ist medizinische Hilfe kaum noch möglich.
Nur im Frühstadium der Erkrankung kann versucht werden, durch Stärkung des Immunsystems eine Heilung zu erreichen.
Jungtiere, freilaufende Katzen und Katzen, die zu mehreren gehalten werden sind besonders gefährdet. Da es keine Medikamente gibt, die den Erreger abtöten können, ist es umso wichtiger der Infektion durch eine jährliche Impfung vorzubeugen. Durch einen Bluttest kann ausgeschlossen werden, dass die Katze bereits Kontakt mit dem Virus hatte.
Die Blutabnahme ist in der Regel ohne Narkose und für die Katze ohne Schmerzen durchführbar.

Es gibt jetzt einen Impfstoff gegen Leukose, bei dem die Impfung nur alle 3 Jahre druchgeführt werden muss. Voraussetzung hierfür ist eine vorangegangene Grundimmuniserung 2x im Abstand von vier Wochen und einer Wiederholung anch einem Jahr.

4.) Tollwut (T)

Die Tollwut ist die bekannteste und gefährlichste der Viruserkrankungen der Katze, da alle Säugetiere und auch der Mensch gefährdet sind.
Die Krankheit äußert sich vor allem in einer Hirnhautentzündung. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch den Speichel bei einem Biss. Von der Bissstelle aus wandert das Virus entlang der Nerven zum Rückenmark und von dort aus ins Gehirn. Anschließend gelangt das Virus wieder in die Speicheldrüsen, von aus es wieder übertragen werden kann.
Während der Krankheit durchleiden die Tiere drei mehr oder weniger stark ausgeprägte Stadien, die von Wesensveränderungen (aus wilden Tieren, z.B. Füchsen, werden "zahme") über Aggressivität bis hin zu Depression und Muskellähmungen gehen. Die Krankheit endet in der Regel mit dem Tod, es kommen jedoch auch atypische mildere Formen vor.
Erkrankte Tiere dürfen nicht behandelt werden (dies ist gesetzlich vorgeschrieben)! Sogar bei dem Verdacht auf Tollwut müssen die Tiere getötet werden, es sei denn, man kann eine gültige Schutzimpfung nachweisen, die nicht länger als ein Jahr zurückliegt.
Diese wichtige Impfung muss nach der Grundimpfung alle 3 Jahre wiederholt werden.

5.) Feline Infektiöse Peritonitis ( FIP )

Die Bezeichnung FIP bedeutet soviel wie eine ansteckende Bauchfellentzündung. Sie ist eine relativ häufige und tödlich verlaufende Virusinfektion bei Katzen, die durch ein Coronavirus ausgelöst wird. Die Übertragung geschieht durch den direkten Kontakt mit infizierten Artgenossen oder indirekt über Fressnäpfe, Katzentoiletten, Bürsten und ähnliches.
Zu den Symptomen zählen verminderter Appetit, Fieber, Gewichtsverlust und Bewegungsunlust.
"Feuchte FIP" wird es genannt, wenn es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle, der Brusthöhle oder im Herzbeutel kommt.
Bei der "trockenen FIP" kann das Virus knötchenartige Veränderungen an lebenswichtigen Organen wie Leber, Nieren, Darm, Augen, Herz und Gehirn hervorrufen. Weil hier die typischen Flüssigkeitsansammlungen fehlen, ist die Diagnose wesentlich schwieriger. Mit einer kleinen Menge Blut kann der Tierarzt/die Tierärztin einen FIP-Test durchführen. Dies erleichtert die Diagnose, da ähnliche Viruserkrankungen (FIV, FeLV) identische Krankheitssymptome haben.
Leider ist auch die Blutuntersuchung nicht immer aussagekräftig, da ein positiver Befund (d.h. Abwehrkräfte gegen das Coronavirus wurden nachgewiesen) auch durch andere, harmlosere Coronaviren verursacht werden kann. Es müssen deshalb immer noch mehrere weitere Veränderungen im Blutbild (z.B. Anämie, Leber/Nierenschäden o.ä.) nachgewiesen werden, um die Diagnose "FIP" sicher stellen zu können.
Erkrankt eine anfällige Katze an FIP, so sind die Folgen immer tödlich.
Um einer Katze diese Krankheit zu ersparen, sollte immer eine Schutzimpfung vorgenommen werden.
Nachteil der Impfung: Sie muss in die Nase appliziert werden, was bei den meisten Katzen auf erheblichen Widerstand stößt.

6.) "Katzen-Aids" (FIV) (keine Impfung möglich)

 

 


Das sogenannte Katzenaids eine virusbedingte Immunschwäche

Der Erreger der Immunschwäche ist das dem AIDS-Virus des Menschen (HIV) verwandte feline Immunschwächevirus (FIV). Da die Katzen ähnliche Symptome wie bei AIDS-kranke Menschen zeigt, bezeichnet man die Krankheit auch als Katzen-Aids.
Eine Übertragung der Immunschwäche auf den Menschen ist nicht möglich. Auch der friedliche Kontakt zwischen Katzen oder das Fressen aus einem gemeinsamen Napf führt nicht zur Übertragung der Krankheit.
Infizierte Katzen können gesunde Katzen vor allem bei Streitigkeiten, wie z.B. durch Bissverletzungen anstecken. Hat sich die Katze angesteckt, bleibt das Virus ein lebenslang im Körper. Das Virus zerstört die Immunzellen, die für die körpereigene Abwehr zuständig sind. Die Katze leidet unter einer Immunschwäche und ist dadurch für weitere Infektionen (Pilze, Bakterien, andere Viren) empfänglich. Erste Krankheitssymptome treten meist erst nach Jahren auf. Wiederkehrendes Fieber, mangelnder Appetit, Gewichtsverlust oder vergrößerte Lymphknoten sind solche Symptome, die der Katzenbesitzer meist gar nicht als Krankheit erkennt. Erst wenn die Immunschwäche sehr ausgeprägt ist, sind die Tiere auch für den Besitzer augenfällig krank. Am häufigsten entstehen schwere Entzündungen in der Maulhöhle. Auch Entzündungen des Darmes, der Nieren und Harnwege, der Haut oder chronische Infektionen der Atmungswege können auftreten.
Nur durch einen Bluttest kann feststellt werden, ob Ihre Katze FIV oder FeLV hat, da beide Krankheiten die gleichen Krankheitssymptome aufweisen.

Vorbedingungen für Impfung:

Es dürfen nur klinisch gesunde Tiere geimpft werden.
Der Gesundheitszustand Ihres Tieres wird anlässlich der Impfung kontrolliert.
Die Grundimmunisierung wird üblicherweise im Alter von 9 Lebenswochen begonnen, die erste Tollwutimpfung sollte nicht vor der 12. Lebenswoche gemacht werden. Für eine vollständige Grundimmunisierung ist eine Nachimpfung aller Komponenten mit ca. 12 Wochen erforderlich.
Eine zeitliche Trennung der Verabreichung der Panleukopenie- und der Katzenleukose - Impfstoffe bei der Grundimmunisierung ist empfehlenswert, weil dadurch die Immunantwort meist besser ausfällt.

 

Nachimpfungen sollten regelmäßig durchgeführt werden!

Katzen, die Freigang haben, sollten gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut und Leucose geimpft werden.

 

Auch reine Wohnungskatzen sollten geimpft werden, da man das Katzenseuchevirus an den Schuhen mit in den Wohnung tragen kann und dadurch die Katze anstecken kann.

 

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Tierarztpraxis Cathrin Geissler und Dr. Diana Duen    Tel.: 040/5509850