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Erste Hilfe

Erste Hilfe

 

Eine gut ausgestattete Notfall-/bzw. Reiseapotheke sollte beinhalten:

  • Band (1 bis 1,5 m für Maulschlinge, zum Abbinden etc.)
  • Cool-Pack (Behandlung von Hitzschlag, Schwellung, Prellung, Verstauchung)
  • Decke (zum Transport, bei Unterkühlung und Schock)
  • Desinfektionsmittel, nicht brennend
  • Elastische Binden (10 cm und 15 cm)
  • Fieberthermometer
  • Klebeband (2-4 cm breit zur Fixation von Verbänden)
  • Watte (zur Abpolsterung der Zehen bei Pfotenverbänden, um Druckstellen zu vermeiden)
  • Mullbinden (10 cm)
  • Pflasterrolle
  • Verbandwatte
  • Sterile Wundkompressen
  • Selbsthaftende elastische Binden (6 cm und 10 cm)
  • Schere
  • Pinzette
  • Schutzhandschuhe
  • Taschenlampe
  • Wundsalbe
  • Medikament gegen Durchfall
  • Zeckenzange


Was tun bei ...?


  • Blutungen:


Bei stärkeren Blutungen sollte ein Druckverband angelegt werden. Bei schweren Blutungen an den Gliedmaßen reicht der Druckverband evtl. nicht aus, dann sollte herzwärts abgebunden werden (nie länger als 10 Minuten).

  • Brüchen:


Auf keinen Fall versuchen, selbst einzurenken oder zu schienen, immer sofort zum Tierarzt fahren.

Bei Verdacht auf Brüche im Rückenwirbelbereich sollte das Tier nicht bewegt, bzw. nur auf einem auf einem Brett transportieren werden.

Anzeichen für einen Bruch: Schwellung mit Schmerzen, evtl. Verformung und Hochhalten der betreffenden Gliedmaße.

  • Fremdkörper in Auge oder Ohr:


Immer nur vom Tierarzt entfernen und behandeln lassen.

  • Fremdkörper in Pfote oder Körper:


Kleinere Gegenstände (Dornen, Glassplitter) werden vorsichtig mit der Pinzette entfernt, größere Gegenstände verbleiben in der Wunde, da beim Herausziehen gefährliche Blutungen auftreten können.

Wenn die Wunde blutet, wird sie gereinigt und mit sterilen Wundkompressen so abgedeckt, dass beim Fixieren der Kompresse kein Druck auf den Fremdkörper ausgeübt wird.

Dann wird der Hund zum Tierarzt transportiert, wobei darauf geachtet werden muss, dass der Fremdkörper nicht durch Bewegungen weitere Verletzungen verursacht.

  • Atem-/Herzstillstand:


Das Tier wird auf die rechte Seite gelegt, das Maul geöffnet und evtl. gesäubert (Blut, Erbrochenes etc.).

Der Kopf wird gestreckt  und die Zunge soweit wie möglich herausgezogen.

Alle drei Sekunden Mund-zu-Nase-Beatmung, bei Herzstillstand abwechselnd mit Herzmassage.

         Wie führe ich eine Herzmassage durch:

Hinter dem Rücken des Tieres kniend wird bei geraden Armen und mit übereinandergelegten Handballen Druck auf den Brustkorb beim größten Brustdurchmesser (bei kleinen Hunden/Katzen oberhalb vom Ellenbogengelenk) ausgeübt. Dies wird etwa 10 Mal durchgeführt, dann folgen 2 Beatmungen.
Sind zwei Personen anwesend, 5 mal Herzmassage, dann 1 Beatmung. Kontrolle von Atmung und Pulsschlag ca. alle 2 min.


         Anzeichen für Atem-/Herzstillstand:


Zuerst noch angestrengte Atmung bei zurückgezogenen Lefzen und gestrecktem Hals, die Zunge läuft blau an.

Ab weniger als 6 Atemzüge/Minute besteht akute Lebensgefahr = extremer Notfall!

Die normale Atemfrequenz beträgt bei großen Hunden ca. 20-30 Atemzüge pro Minute, bei kleinen Hunden und Welpen ca. 30-50 Atemzüge pro Minute.

Die normale Herzfrequenz beträgt bei großen Hunden ca. 80 Schläge pro Minute, bei kleinen Hunden und Welpen ca. 80-120 Schläge pro Minute.

  • Schock (allgemeines Kreislaufversagen):


Das Tier wird  auf die rechte Seite gelegt, das Maul geöffnet und evtl. gesäubert (Blut, Erbrochenes etc.). Danach wird der  Kopf gestreckt und das Hinterteil hochgelagert.

Das Tier muss z.B. durch Decken oder eine Wärmflasche vor Unterkühlung geschützt und evtl. Blutungen zum Stillstand gebracht werden. Sodann sollte schnellstmöglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

Anzeichen für einen Schock: Zuerst allgemeine Schwäche, evtl. Bewusstlosigkeit, Puls und Atmung schnell und flach, blasse oder bläuliche Schleimhäute, Untertemperatur, Gliedmaßen und Ohren kalt, im fortgeschrittenen Stadium fällt der Hund ins Koma.

  • Hitzschlag:


Sofort an einen kühlen Ort bringen und das Tier mit Wasser abkühlen (feuchte Tücher, besprühen mit Wasser oder in Wasser tauchen, immer von den Beinen zum Kopf hin). Anzeichen für Hitzschlag: Keuchen, Atemnot, ist nicht mehr ansprechbar, Körpertemperatur über 40° C.

Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen 37,5° und 38,5° (bei Aufregung bis zu 39° C).

  • Unterkühlung:


Ein unterkühltes Tier darf nur langsam aufgewärmt werden, ansonsten besteht die Gefahr eines Schocks. Dass Tier an einen warmen Ort bringen und in eine Decke wickeln und,  falls vorhanden, noch eine Wärmflasche auflegen. Auch eine Rotlichtlampe ist hilfreich (Vorsicht: die Lampe nicht zu nah an das Tier stellen. Bei darunter gehaltener Hand sollte man erst nach einiger Zeit merken, dass es warm wird. Bei sofortigem Wärmegefühl ist die Lampe zu nah dran. Abstand ca. 2 m)

Ist das Tier bei Bewusstsein, bekommt es angewärmte Flüssigkeit verabreicht.

        Anzeichen für Unterkühlung:


Teilnahmslosigkeit oder sogar Bewusstlosigkeit, das Tier fühlt sich kalt an, die Körpertemperatur kann unter 30° C liegen.

  • Magendrehung:


Absoluter Notfall! Sofort zum Tierarzt, meist hilft nur eine sofortige Notoperation!
Anzeichen für eine Magendrehung: Hund bewegt sich unruhig mit eingezogenem Bauch und aufgekrümmtem Rücken, der Bauch bläht auf, der Hund hat starke Unterleibsschmerzen und versucht erfolglos zu erbrechen.

  • Insektenstich:


Kühlung der Schwellung, evtl. Entfernung des Stachels, bei Stich in den Rachenraum von außen kühlen und sofort zum Tierarzt (Erstickungsgefahr).

  • Vergiftung:


Anweisungen zur ersten Hilfe durch Giftnotruf-Zentrale

Tel: 0228 / 2 87 32 11.

Auf keinen Fall selbst behandeln durch Verabreichung von Milch oder Öl, es sei denn, der Arzt oder Tierarzt empfiehlt es.

        Anzeichen für eine Vergiftung:

Magenschmerzen, Erbrechen, Lethargie, Durchfall, Untertemperatur.

  • Verbrennung/Verbrühung (verursacht durch Feuer, heißes Öl oder Wasser, elektrischen Stromschlag):

 


Verbrannte Stellen 10-15 min. unter fließend kaltes Wasser halten, danach mit Eisbeuteln oder Kühlakkus kühlen (aber bitte nicht direkt auf die Haut legen, immer ein Tuch o.ä. darunter legen).

Offene Wunden werden zuvor mit sterilem Mull verbunden.

 

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Tierarztpraxis Cathrin Geissler und Dr. Diana Duen    Tel.: 040/5509850